medicanti-Orchesterleitfaden (vom 01.10.2016)

Die Organisation und Leitung eines so großen Klangkörpers, wie es unser Orchester »medicanti« ist, erfordert einige verbindliche Regelungen für ein gutes Miteinander, die wir in nachfolgendem Orchesterleitfaden für unsere Mitglieder und zusammengefasst haben.

1. Allgemeines

Das Orchester »medicanti« ist ein Amateurorchester und musiziert zur Erbauung seiner Mitglieder und Zuhörer ohne kommerzielles Interesse. Wir sind ein eingetragener Verein und Mitglied im Landesverband Sächsischer Liebhaberorchester (LSLO) sowie damit auch im Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester (BDLO).

2. Mitwirkung, Aufnahme von Mitgliedern

2.1. Prinzipiell kann jeder Interessent[1] Mitglied des Vereins werden und in unserem Orchester mitwirken. Voraussetzungen dafür sind ausreichende instrumentale Fähigkeiten, eine regelmäßige Probenteilnahme sowie häusliches Üben.

2.2. Neue Mitspieler sind bis zum Erreichen der maximalen Mitgliederzahl[2] unseres Orchesters willkommen. Diese beträgt 4 Flöten/Piccolo, 4 Oboen, 4 Klarinetten, 4 Fagotte, 6 Hörner, 4 Trompeten, 4 Posaunen, 1 Tuba, 1 Harfe, 4 Schlagzeuger/Pauker, 22 1. Violinen, 22 2. Violinen, 18 Bratschen, 18 Violoncelli, 10 Kontrabässe. Auf Wunsch nehmen wir weitere Interessenten in eine Warteliste auf.

2.3. (1) Vor der Aufnahme in unser Orchester steht eine einmonatige Phase des gegenseitigen Kennenlernens im Rahmen von mindestens 4 aufeinanderfolgenden Proben. Danach erfolgt in Absprache zwischen künstlerischem Leiter und Stimmführer die Entscheidung über die Aufnahme des Interessenten in unser Orchester.
(2) Bei mehreren Bewerbungen (pro Instrument) zur Aufnahme in unser Orchester können zur Auswahl Probespiele durchgeführt werden.
(3) Der Zeitraum von Aufnahme bis zum ersten Konzert ist als Probezeit zu verstehen.

2.4. Die Pultordnung / Stimmeinteilung wird in Abstimmung mit den Stimmführern durch den künstlerischen Leiter verbindlich festgelegt.

3. Probenarbeit

3.1. Die regelmäßige Probenteilnahme aller Orchestermitglieder ist Voraussetzung für eine effektive künstlerische Arbeit. Wir erwarten daher, dass jedes Mitglied an mindestens 80% aller Proben (inkl. Probenwochenenden) für das jeweilige Konzert teilnimmt. Dabei werden die Proben entsprechend ihrer unterschiedlichen Bedeutung im Verlauf des Probenprozesses gewichtet.

3.2. Zur Planung der Proben und zur Erfassung der Probenteilnahme trägt sich jedes Mitglied vorab im »Teamplanbuch« ein. Bei kurzfristiger Verhinderung ist dem Stimmgruppenverantwortlichen Bescheid zu geben.

3.3. Bei Nichterreichen der angestrebten Mindestprobenzahl eines Mitglieds entscheidet der künstlerische Leiter in Absprache mit dem Stimmführer, ob eine Mitwirkung im betreffenden Konzert möglich ist.

3.4. Beginn und Ende der Proben sowie Pausen legt der Vorstand bzw. der künstlerische Leiter fest. Der vereinbarte Zeitpunkt des Probenbeginns ist dabei als Beginn der Probenarbeit zu verstehen, d.h. Aufbau und Einstimmen sind zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen.

3.5. Unser Orchester stellt für jedes Pult der Konzertbesetzung ein Exemplar der jeweiligen Stimme zur Verfügung. Anschließend ist jedes Orchestermitglied für seine Noten selbst verantwortlich. Das beinhaltet die Übernahme aller Eintragungen nach Festlegung durch den Stimmführer oder den künstlerischen Leiter sowie bei Bedarf die eigenständige Anfertigung weiterer Kopien zum individuellen Üben.

4. Konzerte

4.1. Unser Orchester veranstaltet in jedem Jahr zwei bis drei große Konzerte. Die Konzerte sind nicht ausschließliches Ziel, aber Ergebnis und Höhepunkt unserer gemeinsamen Orchesterarbeit. Wir gehen zunächst davon aus, dass jedes Mitglied in den Konzerten mitwirken will. Zur Gewährleistung einer Planungssicherheit erbitten wir zu Beginn einer Projektphase von jedem Orchestermitglied eine verbindliche Zu- oder Absage hinsichtlich der Mitwirkung im bevorstehenden Konzert.

4.2. Die entsprechend der Anforderungen des jeweiligen Werkes angestrebte Besetzungsstärke wird nach erfolgten Rückmeldungen der Orchestermitglieder (siehe 4.1.) durch den künstlerischen Leiter festgelegt. Darüber hinaus können weitere (kleinere) Konzertprojekte angesetzt werden. Hierfür obliegt die Festlegung der Besetzung dem künstlerischen Leiter.

4.3. Organisatorische Belange in Vorbereitung und Umsetzung von Konzerten regelt der Vorstand. Alle Orchestermitglieder sind herzlich eingeladen, dabei unterstützend mitzuarbeiten.

5. Auszeit

5.1. Es steht jedem Mitglied frei, sich für eine Projektphase zeitweilig von unserem Orchester abzumelden (Auszeit), wenn es in dieser Zeit die regelmäßige Probenteilnahme nicht gewährleisten kann. Eine Auszeit ist für maximal zwei Projektphasen in Folge oder ununterbrochen längstens ein Jahr möglich. Über Beginn und Dauer der geplanten Auszeit sind der Stimmgruppenverantwortliche und der Vorstand vorab zu informieren.

5.2. Meldet sich ein Orchestermitglied ein Jahr nach Beginn seiner ununterbrochenen Auszeit nicht zurück, müssen wir davon ausgehen, dass eine weitere Mitwirkung in unserem Orchester nicht mehr beabsichtigt ist. In diesem Fall behalten wir uns vor, die freigewordene Orchesterposition neu zu besetzen.

6. Orchester-/Mitgliedsbeitrag

6.1. Für die Mitgliedschaft im Verein medicanti e.V. erheben wir von jedem Orchestermitglied einen Beitrag. Dieser ist unabhängig von der Anzahl der im Beitragszeitraum stattfindenden Proben und Konzerte.

6.2. Die Höhe des Beitrages[3] wird auf Vorschlag des Vorstandes durch Beschluss der Mitgliederversammlung festgelegt. Für Studenten im Vollzeitstudium, Orchestermitglieder ohne eigenes Einkommen sowie anderer nachweislich Bedürftiger[4] wird ein ermäßigter Beitrag erhoben. Die Erfüllung der Voraussetzung ist durch das Orchestermitglied nachzuweisen.

6.3. Der Orchesterbeitrag ist als Halbjahresbeitrag zu zahlen und wird jeweils zum 01.01. und zum 01.07. eines jeden Jahres fällig. Die Zahlung erfolgt durch Überweisung auf unser Vereinskonto.

6.4. Die Beitragspflicht kann für die Dauer einer vorab angemeldeten Auszeit eines Orchestermitgliedes ausgesetzt werden. Nach Ablauf von zwei Auszeiten in Folge, spätestens aber ein Jahr nach Beginn der ununterbrochenen Auszeit, endet automatisch die Beitragsfreiheit. Eine nachträgliche Beitragsaussetzung ist nur in den Fällen möglich, in denen das Orchestermitglied nachweislich keinen Einfluss auf Grund und Dauer der Abwesenheit hatte. Entscheidungen hierüber trifft der Vorstand.



[1] Zu Gunsten einer besseren Lesbarkeit haben wir auf die stete Benennung beider Geschlechtsformen verzichtet.
[2] Die maximale Mitgliederzahl ist nicht mit der Konzertbesetzung identisch.
[3] aktuell: 78,– Euro (ermäßigt 30,– Euro) pro Kalenderhalbjahr
[4] gemeint sind z.B. Geringverdiener, HartzIV-Empfänger, Freiwilligendienstleistende etc.